Der Siebenbürgengottesdienst in Eislingen

Seit dem Jahr 2007 feiern die Luthergemeinde Eislingen/Süd und der Verein der Siebenbürger Sachsen/Göppingen alljährlich am letzten Sonntag im Juni gemeinsam einen Gottesdienst nach der Ordnung der Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses in Rumänien.

Eingeladen dazu sind außer den in der Region wohnenden Siebenbürger Sachsen auch alle Mitglieder der Luthergemeinde, egal, ob sie ihre Wurzeln hier, anderswo in Europa oder irgendwo auf Erden haben. Im Sinne des Vereins soll dieser Gottesdienst Zeugnis der Verbundenheit der hier wohnenden Siebenbürger Sachsen mit deren Heimatkirche, zugleich aber auch Zeugnis für deren Dankbarkeit dafür sein, daß ihnen in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg eine neue geistliche Heimat gegeben worden ist. Alle, die daran teilnehmen, werden eingeladen Gottes Wort zu hören, ihn im Gebet anzurufen mit ihren Liedern zu preisen und bei alledem ihre Gemeinschaft mit dem auferstandenen Christus und untereinander zu feiern.

Ihrer Tradition entsprechend feiert die Luthergemeinde den Hauptgottes­dienst ohne Abendmahl in der Form des Predigtgottesdienstes und den Hauptgottesdienst mit Abendmahl nach der Ordnung der Evangelischen Messe. Die Grundstruktur beider Formen reicht in die Zeit der Alten Kirche – etwa in das sechste Jahrhundert – zurück.

Die Ordnung des Gottesdienstes, wie sie in der Agende der siebenbürgisch – sächsischen Kirche vorgegeben ist und im „Siebenbürgengottesdienst“ durchgeführt wird, ist mit der für die Württembergische Kirche vorgesehenen Ordnung der Evangelischen Messe nahe verwandt. Die siebenbürgische Ordnung wurde im Jahr 1974 von der 50. Landeskirchen­versammlung (Synode) der Evangelischen Kirche Augsburger Bekennt­nisses in Rumänen festgelegt. Allerdings entfällt im „Siebenbürgengottes­dienst“ die Feier des heiligen Abendmahls.

Jede Predigt soll Jesus Christus bezeugen. Im Gottesdienst, von dem hier die Rede ist, geschieht das auch mit Glaubenszeugnissen aus der Geschichte der Siebenbürger Sachsen und ebenso mit Glaubenszeugnissen aus der Geschichte der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Nachdem der „Siebenbürgengottesdienst“ alljährlich am letzten Sonntag im Juni stattfindet, wird er entsprechend der siebenbürgisch – sächsischen Tradition als Gottesdienst zum Tag der Apostel Petrus und Paulus, dem 29. Juni, gefeiert. An ihm bezeugt die Kirche den Märtyrertod der beiden Sendboten Christi. Ausnahmen hiervon waren bisher die Gottesdienste der Jahre 2007 und 2012. In diesen Jahren war der letzte Sonntag im Juni dessen 24. Kalendertag und hat gemäß der Agende der siebenbürgisch - sächsischen Kirche die Geburt Johannes des Täufers die Liturgie und die Predigt geprägt.

Während alle andern Teile des „Siebenbürgengottesdienstes“ – wie eben aufgezeigt - von der Botschaft des Tages bestimmt sind, ist das Hauptgebet davon unabhängig. Mit ihm nehmen die Gemeindeglieder auf, was sie persönlich bewegt und zur Fürbitte für die Kirche und deren Glieder hier und in Siebenbürgen veranlaßt.

Der Kirchenchor hat gemäß der siebenbürgischen Agende die Aufgabe, die Botschaft des Evangeliums aufzunehmen, zu meditieren, auszulegen und zu ihrer Aneignung zu helfen. In diesem Sinne hat der Kirchenchor der Kirchengemeinde Eislingen seit dem Jahr 2007 alle „Siebenbürgengottes­dienste“ bereichert.

Für jeden Gottesdienst werden alljährlich Liedblätter erstellt und ausgehändigt, so dass niemand ein Gesangbuch benötigt.

Der Vorstand des Vereins der Siebenbürger Sachsen Göppingen e. V. dankt dem Kirchengemeinderat der Luthergemeinde dafür, daß er den „Siebenbürgengottesdienst“ ermöglicht und den daran teilnehmenden Siebenbürger Sachsen auch das Luthergemeindehaus der Kirchengemeinde Eislingen für ein dem Gottesdienst folgendes gemütliches Beisammensein bereitstellt.